Nicoletta Klamann


Hineingeboren in eine Familie aus Künstlern und Erfindern kam Nicoletta Klamann am 2. Juli 1970 in Berlin zur Welt. Der Vater war Fotograf, Holzbildhauer, Maler, der Großvater Maler und Karikaturist, die Großmutter Modezeichnerin und der Großonkel erfand das Schlauchboot.

In diesem Umfeld und inmitten der malerischen Landschaft der Halbinsel Zingst, direkt an der Ostseeküste, aufzuwachsen war durchaus schicksalhaft für die Künstlerin. Schon als kleines Kind saß sie im Atelier des Großvaters zwischen all den Leinwänden, Farben, Pinseln, Stiften und dem Großvater, der gern und oft mit ihr zeichnete. Er erklärte ihr die Farben und wie das Licht sie verändert. Und dass man nicht immer einen Baum malen müsse um einen Baum darzustellen, vielmehr ist es die Kunst die Dinge auf seine eigene, ganz persönliche Art wiederzugeben, praktisch ein Bild dessen zu erschaffen das man darstellen will ohne es einfach nur abzubilden. Malerei hat den Vorteil dass man Dinge ganz neu erschaffen kann.

Vom Vater lernte sie das Handwerkliche, sah ihm beim Arbeiten zu, lernte wie man Schränke restauriert oder wie man Holz bearbeitet und wie man es formen kann.

Ihre Kindheit und Jugend waren geprägt vom unkonventionellen und intellektuellen Künstlerleben auf der einen Seite und der DDR, speziell in einem kleinen Dorf, auf der anderen Seite.

Gedrängt von den Anforderungen an ein anständiges Leben im Schoße des Sozialismus begann sie nach der Schule eine Schneiderlehre um dann als Kostümbildnerin sich doch noch kreativ ausleben zu können. Den schon sicheren Studienplatz trat sie dann nicht mehr an, da bald nach Abschluss der Lehre ihre  erste Tochter zur Welt kam.

Es folgten Jahre des „Lebens“. Ein Kind war da und es musste alles einmal ausprobiert werden. Für eine eigene künstlerische Arbeit war es noch zu früh. Zu präsent die Familie. Aufgrund einer angeborenen Unfähigkeit räumlich zu sehen und den immer etwas schief geratenen Abbildungen die sie malte, beschloss sie gar nicht malen zu können. Und doch hatte sie ein wunderbares Gefühl für Farben und Kompositionen. Malen und Gestalten sollten immer ihre Leidenschaft bleiben aber dass sie sich ausschließlich diesem Thema widmen würde, daran glaubte sie nicht.

Vielmehr erlernte sie noch einen Beruf, dieses Mal im medizinischen Bereich aber nach Beendigung dieser Ausbildung bekam sie ihre zweite Tochter.  

Dieses Mal beschließt sie nun endgültig dem konventionellen Leben den Rücken zu kehren. Sie vertieft sich in alte Bücher, betreibt bald einen gut gehenden Handel mit kostbaren Buchraritäten, Antiquitäten und Bildern. Als sie dann auch noch den Nachlass ihres Großvaters übernimmt und fortan verwaltet, hat die Kunst endgültig Einzug in ihr Leben gehalten.
Als sie dann beginnt Bilderrahmen zu bauen war der Schritt klein genug diese Rahmen auch zu füllen.
Manchmal braucht es viel Zeit und große Umwege um an das Ziel zu gelangen, dass man nie vor Augen hatte.